Weniger Pleiten und mehr Ratenkredite von Verbrauchern – oder: Hauptsache dem Kapital geht es gut!

TrotzigeTrotzigs Kommentare

2013 wird die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland wahrscheinlich um 8% auf 26.000 sinken. Gleichzeitig wird eine Steigerung von Verbraucher-Ratenkrediten um 50% innerhalb von 10 Jahren gemeldet. (Zahlen aus „Weniger Pleiten“, Frankfurter Rundschau vom 23.10.2013)

 Was heißt das?

Niedriglöhne zeigen ihre Wirkung. Unternehmen, die nur mit hoher Profitrate dank niedrigster Löhne existieren können, werden überlebensfähig. Lohnabhängige mit Niedrigstlöhnen können nur überleben dank staatlicher „Stütze“ (Lohnsubventionierung) und müssen verstärkt Ratenkredite in Anspruch nehmen, um wenigstens ein bisschen an den „Segnungen“ des kapitalistischen Marktes teilhaben zu können.

Kapitalisten und bürgerlichen Politiker feiern und verkaufen das als erfolgreiche „Schaffung von Arbeitsplätzen“. Es heißt gar, diese Arbeitsplätze seien „unsere Arbeitsplätze“, also die Arbeitsplätze von Lohnabhängigen. Gewerkschaftsfunktionäre predigen den Kampf um diese, „unsere Arbeitsplätze“. Eine geradezu unglaubliche Verdummung von Menschen!

Die Arbeitsplätze gehören nicht den Lohnabhängigen, sondern den Unternehmen. Lohnabhängige verkaufen ihre Arbeitskraft, weil ihnen die Arbeitsplätze nicht gehören! Weder der „Platz“, noch die produktiven Einrichtungen dieses „Platzes“ gehören den Lohnabhängigen. Die Unternehmen fragen die Arbeitskraft der Lohnabhängigen nach, um sie auf ihren Arbeitsplätzen zu beschäftigen. Sie beschäftigen Arbeitskräfte, um Profit zu machen. … und damit wären wir wieder beim Ausgangspunkt, der Meldung von rückläufigen Firmenpleiten und steigender Verschuldung von „Verbrauchern“ durch Inanspruchnahme von Ratenkrediten.

Es geht nicht vorrangig oder gar ausschließlich um die Schaffung und den Erhalt von Arbeitplätzen, sondern um die Schaffung und den Erhalt von Unternehmen, also von Kapital. Klappt dessen Verwertung nicht, machen zu viele Unternehmen pleite, dann wird gegen gesteuert. Von Pleite bedrohten Unternehmen muss geholfen werden, die Bedingungen für Kapitalverwertung muss sich verbessern. Da es sich vielfach um kleine Unternehmen handelt, die im ständigen Ringen um erhöhte Arbeitsproduktivität durch vermehrten Technikeinsatz (Investitionen) nicht mithalten können, wird die Lohnsenkung zum entscheidenden – wenn nicht einzigen Mittel – solche Kapitale im Rennen zu halten.

Die abnehmende Zahl von Firmenpleiten und das Ansteigen des Kaufs per Ratenkredit zeigen, dass der beabsichtigte Erfolg für das Kapital sich einstellt. Dank gesteigerter Ausbeutungsrate durch Niedrigstlöhne können Unternehmen geschaffen und erhalten werden, kann also Kapital geschaffen und erhalten werden. Den ökonomischen und sozialen Preis dafür zahlen die Lohnabhängigen, sei es durch Verzicht, sei es durch wachsende Verschuldung, Abhängigkeit und Erpressbarkeit. Das hat es mit der „Schaffung von Arbeitsplätzen“, die nicht durch zu hohe Löhne gefährdet werden dürfen und den schönfärberischen Lügen, die sich darum ranken, auf sich!

 

„Die Reichen“ stärker besteuern und dann mit Hilfe des Staates umverteilen??

http://www.rs002.de/Soziale_Emanzipation/Start.htm  Gedanken zur Umverteilung zusammengefasst. Auch  kann bei Peter Trotzig nachgelesen werden wie er sich mit dem “Zeitgeist” herum schlägt.        Peter Trotzig      Die_Wertschoepfungskette von Mobiltelefonen   “„Die Reichen“ stärker besteuern und dann mit Hilfe des Staates umverteilen??” weiterlesen