Arbeitszeiten

Gewerkschaftsthema Nummer eins

Die Frage des Lohns scheint bei Böckler geklärt oder der Artikel ist für Verdiener mit „gutem“ Einkommen. Putzfrauen und Männer oder Krankenschwester und Pfleger scheinen nicht gemeint zu sein, Alleinstehende oder Erziehende sowieso nicht. Frauen kommen, wenn Männer kürzer Arbeiten damit Frauen „aufsteigen“ können, auf der Karriereleiter. „Natürlich kann es nicht um absolute Arbeitszeitsouveränität gehen,…“ Wieso natürlich? Ach, das WC ist stationär und die Wursttheke auch! ,,Eine Gesellschaft (kann) sicherlich nicht blühend und glücklich sein, wenn ihr weitaus größter Teil arm und elend ist“ (Adam Smith)

Bevor der Text gelesen wird sollte für alle klar sein wie es zu einem Lohnarbeitsverhältnis kommt. Auf der einen Seite ist der der Arbeitskraft braucht um sie zu „vernutzen“, auf der anderen Seite ist der, der davon leben muss seine Arbeitskraft zu verkaufen. Der Preis (hier Lohn) bewegt sich in dem Bereich der die Reproduktion sichert. Wenn der Preis unter den Reproduktionskosten liegt muss der Partner in einer Beziehung seine Arbeitskraft auch verkaufen um das überleben zu sichern. http://www.linkes-oldenburg.de/wp-content/uploads/2017/01/Interview-J%C3%BCnke.pdf

Böckler   

Pflege und Beruf kaum vereinbar

Erstaunlich scheint mir auch zu sein welche Sichtweise, die Autoren, auf die Arbeiten der Pflegeberufe haben. Hier im westlichen Frauen, schlecht bezahlt und hohe Anforderungen. Das ist dann mit Zeitmanagement zu erledigen, auch die Lohnhöhe? War es nicht eine Errungenschaft das die Alten wenn sie Krank wurden eben nicht mehr im Hause gepflegt werden, Hat sich nicht auch der Wohnungsbau daraufhin ausgerichtet?

Oft wird gesagt, meist von Frauen, das sie Lohnarbeiten wollen um Unabhängig zu sein, unabhängig wovon? Vom Lohneinkommen des bisherigen Lohnarbeitenden? Um dann abhängig zu sein vom eigenen Lohnarbeitskäufer. Die Konkurrenz der Warenproduzenten in der freien sozialem Marktwirtschaft zwingt den Preis der Lohnarbeit an den Marktpreis. In der jetzigen wirtschaftlichen Situation in Deutschland ist die Frage des „Wahlarbeitsgesetz“ für mehr als die Hälfte der Beschäftigten, insbesondere für Frauen, wäre erst einmal ein ausreichendes Einkommen wichtiger. http://www.klartext-info.de/broschueren/Was_ist_ExistenzminimumA4_c.pdf

Arbeitszeiten sind das Gewerkschaftsthema Nummer eins Ja leider. Es ist nicht so das der Verkäufer der Arbeitskraft noch etwas zu fordern hat, er hat sich seiner Fähigkeit zu arbeiten entfremdet. Wie schnell die gesetzlichen erkämpften Regelung abgeschafft sind, zeigt HartzIV und seine begleitenden Gesetze. Die Konkurrenz unter den Lohnabhängigen wurde verschärft und die Löhne gesenkt. Obwohl die Wirklichkeit in der Arbeitswelt zeigt wie sich die Seite der Lohnabhängigen verschlechtert hat versucht der Artikel bei Böckler eine Fetisch zu konstruieren um das alles zu verschleiern. „Zeitkonflikte“ ist das Zauberwort, „ Zeit für Kinder-betreuung“ „Zeit für die Pflege“ „Zeit für Weiterbildung“, wo wäre der Konflikt wenn das Einkommen so hoch wäre das Arbeitskraft gekauft werden könnte um die Arbeiten zu erledigen? Die Frage wird nicht gestellt, es wird ein Ratgeber entwickelt wie mit veränderbare Lohnarbeitszeit die Selbstausbeutung erhöht werden kann. Es geht dann auch nur noch um „ bis zur Rente durchzuhalten“. Wie die Rente aussehen wird ist jetzt schon nachvollziebar. http://www.linkes-oldenburg.de/wp-content/uploads/2017/05/Rente-ISW.pdf

„Der Alleinernährer, der 40 Stunden plus Überstunden die Woche abreißt…war gestern.“ Warum? Liegt es an der moralischen Modernität das die Arbeitswelt sich ändert? Das LohnarbeiterInnen ihre Arbeitskraft nicht verkauft bekommen? Die Befristungen und Minijobs zunehmen. Was hat das mit Modernität oder Arbeitszeitkonten zu schaffen? Es werden die Ausbeuter auch noch als Humanisten dargestellt weil die „Unternehmen (gehen)auf die neuen Arbeitszeitwünsche ein,..“ Ein bisschen Gender wird eingestreut. „Ein Fünftel aller Frauen arbeitet unter 15 Stunden die Woche.“ Weil sie zuhause arbeiten, Kinder, Eltern etc? Welche „Karrierechance“ wird der Masse an Frauen denn vorenthalten? Weshalb Eltern Pflegebedürftig sein sollen wird nicht erläutert, selbst wenn, kann es sein das die Rente nicht reicht. Die immer weniger reichen wird.

„es gibt eine neue Generation auf dem Arbeitsmarkt,“  Sowas, die Kinder sind groß geworden? Die werden wie ihre Eltern und Großeltern ihre Arbeitskraft verkaufen müssen und haben dann darüber nicht mehr zu befinden. „Damit sich die Arbeitskultur aber wirklich tief greifend ändert,..“ ist der gute alte Klassenkampf nötig. Da reicht es denn schon wenn die Gewerkschaften wieder herangehen und die Lohnabhängigen über Sinn und Zweck der Kapitalistischen Produktionsweise aufklären und Alternativen diskutiert.

Die Kämpfe sind von der ganzen Belegschaft zu führen und nicht vereinzelt den „Durchsetzungsstarken“ nach gelaufen wird, es war auch nie Gewerkschaftliche Kampfkultur. Na klar können Umfragen herangezogen werden, die sind nur nichts wert wenn die Fragen nicht bekannt sind. Weshalb die Beschäftigten bei „Arbeitszeitsouveränität“ nicht mehr den „Durchsetzungsstarken“ folgen sollen und selbst „ auf die Straße gehen“ bleibt Geheimnis der Autoren. „Ein Wahlarbeitsgesetz würde die zeitliche Selbstbestimmung stärken“ aber nur soweit es der Kapitalist will, was mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales gesichert wäre.„Natürlich kann es nicht um absolute Arbeitszeitsouveränität gehen, die betrieblichen Belange sind auch zu berücksichtigen.“ Um den Druck aufs Kapital zu lindern wird angemerkt:„Die Männer können runtergehen, damit die Frauen hochgehen können.“ Das ganze bleibt im lächerlichen stecken bei der Bemerkung:Wenn die Arbeit ständig in das Private hereingrätscht, ist das die Kehrseite von Freiheit.“ Dann war ich mein ganzes Arbeitsleben unfrei. http://www.linkes-oldenburg.de/wp-content/uploads/2017/01/Demokratie-contra-Kapitalismus.pdf

Böckler