Über „illegale“ Migration

(Die heutige städtische Zivilisation, die ganze famose „Marktwirtschaft“ beruht auf „illegaler“ Migration!)
Bundeskanzlerin Merkel hat nun fest- und klargestellt, das Flucht aus wirtschaftlichen Gründen „keine legale Migration“ sei. (zitiert nach FR vom 03.12.2015)
Dazu fällt mir folgendes ein:
I.
Noch im 19. Jahrhundert lebte die überwältigende Mehrheit der Menschen – auch in Deutschland – auf dem Lande und sie lebte von Landwirtschaft. Alle Entwicklung der industriellen kapitalistischen Produktion und der darauf beruhenden Gesellschaft, setzt die „Wirtschaftsflüchtlinge“ voraus, also Menschen, die vom Land in die Stadt fliehen, um dort vom Verkauf ihrer Arbeitskraft zu leben; in der Hoffnung auf ein besseres oder auskömmliches Leben. Die Vorfahren der heutigen „Arbeitnehmer“ waren ausnahmslos „Wirtschaftsflüchtlinge“, egal ob sie nun vertrieben wurden, keine andere Alternative mehr sahen oder durch das Kapital angeworben wurden. Alle Entwicklung der industriellen Produktion und der großen Städte seit dem 19. Jahrhundert beruht auf dieser
Migration der zahllosen „Wirtschaftsflüchtlinge“! Weiterlesen

Das Trommelfeuer der reaktionären Demagogen

Trommelfeuer

Wenn man im Zusammenhang mit der Situation in Griechenland hierzulande über Zahlen spricht, dann über die Höhe der geflossenen „Hilfsgelder“, über die Höhe der griechischen Staatsschulden. Man spricht nicht darüber, dass die Arbeitslosigkeit mittlerweile bei 25% liegt, die der Jugendarbeitslosigkeit bei 60%. Man spricht nicht darüber, dass die Renten um 30 bis 40% gesunken sind und spricht nicht darüber, dass heute schon Millionen von Menschen in Griechenland ohne Krankenversicherung dastehen. Niemand von den Demagogen fordert das deutsche Wahlvolk auf, sich mal für einen Augenblick vorzustellen, was es bedeuten würde, wenn sich die Lebensverhältnisse in Deutschland so dramatisch verändert hätten. Mangelnde „Reformbereitschaft“ wirft man der griechischen Regierung und jetzt natürlich auch der Bevölkerung vor.

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Griechenland (Ein Kommentar inklusive Träumereien)

Griechenland (1)

In der öffentlichen Auseinandersetzung über Griechenland wird die „Ursachenforschung“ fast immer auf den Widerspruch zugespitzt, wer Schuld sei an der Misere … „die Griechen“ oder „Deutschland“, die EU, die Troika mit ihren Spardiktaten. Sind die Gläubiger Schuld an der miserablen Lage der Schuldner oder diese selber? Die 2008 einsetzende Weltwirtschaftskrise, die den Stein ins Rollen brachte, spielt dabei oft kaum noch eine Rolle. Die Schuldfrage bezüglich der gegensätzlichen Interessengruppen dominiert. Spielt sie noch eine Rolle ist man ruckzuck beim Finanzkapital und dessen Schuld.Allgemeine Kapitaltheorie und Schuldenkrise Weiterlesen

Griechenland, auf ewig Kapitalistisch?

Der einzige Teil des sogenannten Nationalreichtums, der wirklich in den Gesamtbesitz der modernen Völker eingeht, ist – ihre Staatsschuld. MEW 23  782

Griechenland_ Außenhandel Januar 2015 » Querschuesse.compressed

Am 11.03.2015 will das http://www.linkes-forum-oldenburg.de/ zusammen mit dem http://www.also-zentrum.de/ eine Veranstaltung zur „Griechenland Frage“ ausrichten. Es gibt unterschiedliche Ansätze wie Griechenland betrachtet werden soll. Griechenland – Welches Europa wollen wir? fragt das Linke Forum undGriechenland – 1.000 gute Gründe für Solidarität?“ fragt die ALSO Oldenburg. Es ist schon ein wenig verblüffend wenn “wir” gesagt wird und das es ein “Europa” sein soll wird vorausgesetzt. Die ALSO will Solidarität erzeugen. Die einzigen die Fröhlich nach Griechenland schauen werden sind wohl die Post-Wachstums Ökonomen, denn die Griechen sind “befreit vom Überfluss”.

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Verkehrte Welt

Während, auf Basis der kapitalistischen Produktion, der Masse der unmittelbaren Produzenten der gesellschaftliche Charakter ihrer Produktion in der Form streng regelnder Autorität und eines als vollständige Hierarchie gegliederten, gesellschaftlichen Mechanismus des Arbeitsprozesses gegenübertritt – welche Autorität ihren Trägern aber nur als Personifizierung der Arbeitsbedingungen gegenüber der Arbeit, nicht wie in früheren Produktionsformen als politischen oder theokratischen Herrschern zukommt -, herrscht unter den Trägern dieser Autorität, den Kapitalisten selbst, die sich nur als Warenbesitzer gegenübertreten, die vollständigste Anarchie, innerhalb deren der gesellschaftliche Zusammenhang der Produktion sich nur als übermächtiges Naturgesetz der individuellen Willkür gegenüber geltend macht.“(Kapital Bd. III, S. 888).

Ausgerechnet da, wo Marx „vollständigste Anarchie“ in Gestalt der Marktkonkurrenz sah, soll aber heute „streng regelnde Autorität“ herrschen. Wo Marx eine „vollständige Hierarchie“ feststellte, herrscht heute ein großes schwarzes Loch in der Kritik. Weiterlesen

TTIP und die Ideologie des „Freihandels“

Die Vorstellung davon, dass alle Menschen vom „Freihandel“ zwischen den Nationalökonomien profitieren („komparativer Vorteil“) beruht auf der grundsätzlichen Unterstellung, dass Arbeitsteilung und daraus resultierende Erhöhung von Arbeitsproduktivität allen zugute kommt.In dieser Arbeitsteilung – und dem darauf begründeten freien Austausch – sollen alle das tun, „was sie am besten können“. Dass Arbeitsteilung – sofern nicht die Rollen in dieser Arbeitsteilung „nach Lust und Laune“ getauscht werden können – Herrschaft begründet und für eine sehr ungleiche Verteilung der Ergebnisse des Produktivitätsfortschritts sorgt, ist keinen Gedanken wert. Weiterlesen

„Strömungsübergreifender“ Blödsinn!

„Die wirklichen Weltenlenker an den Schalthebeln der kapitalistischen Wirtschaft sitzen in den Führungsetagen von rund 60.000 Unternehmen in Deutschland, die mehr als 50 Lohnarbeiter ausbeuten. Diese „Wirtschaftsbosse“ sind allerdings keine Kapitalisten. Es sind bezahlte und angestellte Lohnarbeiter. Ja, sie werden höher bezahlt als du und ich, aber sie haben dir und mir nichts Wesentliches voraus. Sie sind keine Kapitaleigner, sondern müssen ihre Arbeitskraft an das Kapital verkaufen wie du und ich.“
So heißt es in einem durchaus interessanten Beitrag von W. Buchenberg im Marxforum.
http://marx-forum.de/Forum/index.php/Thread/372-Know-How-im-Kapitalismus/?
postID=2339#post2339 Weiterlesen

Imperialismus und militärische Intervention

In der anarchistischen Zeitschrift „Querkopf“ lass ich kürzlich einen Artikel über die Geschäfte amerikanischer Konzerne im 2. Weltkrieg. Darin wird u.a. Bezug genommen auf eine ARD-Dokumentation, die die Geschäfte dieser Konzerne mit Hitler-Deutschland beeindruckend aufzeigt („Hitlers amerikanische Geschäftsfreunde“).

Insgesamt kommt der „Querkopf“- Artikel zu folgendem Ergebnis: Weiterlesen

Mindest Lohn Gesetz

Der Mindestlohn kommt, der Klassenkampf bleibt ….
mindestens der „von oben“!

Dass Vater „Sozialstaat“ ein Gesetz erlässt, in dem der Mindeststundenlohn auf 8,50 Euro festgelegt wird, um dann das daraus erzielte Mindesteinkommen zu besteuern, das ist schon eine „soziale“ Glanzleistung! Weiterlesen

Staatsverschuldung oder

Der Zusammenbruch der kapitalistischen Marktwirtschaft findet im Staatsbankrott seinen
angemessen Ausdruck.
I.
Zunächst erscheint der bürgerliche Staat ganz unschuldig an seiner Verschuldung. Zu wenig Wirtschaftswachstum lässt die Steuereinnahmen einbrechen (70iger und 80iger Jahre des letzten Jahrhunderts) und „wohltätige“ Ausgaben haben zugenommen. Weiterlesen