Spendenfinanzierter Lohn

http://www.igbau-weser-ems.de/2013/11/gegen-menschenhandel-fuer-faire-arbeit/

Wie verzweifelt muss eine Gewerkschaft sein, wenn sie solche Aufrufe verfasst? Auf alle Fälle wird hier kein Widerstand organisiert, wie es sich für eine Gewerkschaft gehörte, die den politischen Streik beschlossen hat. Mag ja sein, dass der ehemalige Vorsitzende Klaus Wiesehügel, der jetzt für die SPD den Arbeitsminister machen soll, solch Gebaren nicht gebrauchen kann. Das darf aber nicht abhalten.

Es scheint so zu sein, dass nun die Presse die Gewerkschaft treibt, während dies früher mal umgekehrt war. Auch das Vertrauen in den Zoll ist Augenauswischerei, denn der Dienstherr des Zolls hat ja gerade die Gesetze geschaffen, die solche Machenschaften erst zuließen, allen voran von SPD und „Die Grünen“.

Es ist auch nicht nachvollziehbar, weshalb es dabei um Menschenhandel gehen soll. Was benötigt wird, ist die Arbeitskraft, um diese auszubeuten. Hier gibt es keinen Unterschied zu anderen Kollegen, denn es gilt genauso für deutsche ArbeiterInnen, die in der IG BAU organisiert sind. Das Gerede von der „fairen Arbeit“ auch in diesem Zusammenhang soll wohl deutlich machen, dass jegliche Arbeit außer der von der IG BAU gegeisselten unfaire Arbeit ist. Ist sie nicht, kann sie nicht sein, denn es gibt keine unfaire Arbeit! Wenn die IG BAU korrekt argumentierte, müsste es heißen „Lohnarbeit“, denn die Arbeitskraft wird für Lohn verkauft, deshalb sind die rumänischen Kollegen ohne Lohn. Und das ist allen Kollegen nicht unbekannt, da müssen sie nur auf ihre Lohnzettel schauen. Den prekär Beschäftigten, wie zum Beispiel dem Reinigungspersonal, die auch bei der IG BAU organisiert sind, ist das nicht unüblich.

 Zur Erinnerung: Bei der Schiffswerft Meyer in Papenburg und bei den Schlachtern ist das Verfahren gang und gäbe. Sollen auch dort nach dem Beispiel der IG BAU Spenden für die ArbeiterInnen gesammelt werden? Die bekommen doch schon enorme Subventionen aus Steuergeldern.

 Ein sinnvoller Schritt wäre es gewesen, an der Baustelle der Hochschule Osnabrück Arbeitsniederlegungen zu organisieren. Daran hätten alle Gewerke teilnehmen können, und, was noch wichtiger ist, man hätte die Arbeitslosen und Hartz-IV-Empfänger mobilisieren sollen, um als Gewerkschaft deutlich zu machen, sie sind nicht ausgegrenzt, sondern werden gebraucht. Und für alle anderen wäre es ein Zeichen gewesen, dass man sich nichts gefallen lassen und kann dagegen vorgehen. Denn es geht um mehr als „67 Euro“!

 

Gegen Menschenhandel, für faire Arbeit

Rumänen noch immer ohne Geld

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

viele haben von dem Skandal um die rumänischen Arbeiter auf der Baustelle der Hochschule Osnabrück aus den Medien erfahren.

67 Euro“ für 8 Wochen Arbeit – mit dieser Überschrift berichtete z.B. der NDR, Hallo Niedersachsen:http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hallo_niedersachsen/media/hallonds18267.html

RTL Regional hat sich in der Berichterstattung auch der Lebenssituation auf der Baustelle der Kollegen angenommen:http://www.rtlnord.de/nachrichten/ausbeutung-bei-uni-neubau.html

Die NOZ hat auch berichtet:http://www.noz.de/lokales/osnabrueck/artikel/421276/werkvertrags-arger-zoll-schaltet-sich-ein

Bisher haben die Verhandlungen mit der Hochschule und dem Generalunternehmer aus Gummersbach zu keinem Ergebnis geführt.

Damit den Kollegen für ihren Kampf aber die „Luft nicht ausgeht“, brauchen wir dringend weitere finanzielle Hilfen. Denn seit über 3 Monaten konnten die inzwischen 8 Kollegen kein Geld nach Hause schicken. Deshalb appellieren wir an die Solidarität aller Gewerkschafter, Freunde und Nachbarn und bitten um Spenden.

Gerne dürft ihr diese E-Mail auch weiterleiten.

Den Spendenaufruf findet ihr in der Anlage.

Mit freundlichen Grüßen

XXXXx XXXX

IG Bauen-Agrar-Umwelt

Region Weser-Ems

BAU

Weniger Pleiten und mehr Ratenkredite von Verbrauchern – oder: Hauptsache dem Kapital geht es gut!

TrotzigeTrotzigs Kommentare

2013 wird die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland wahrscheinlich um 8% auf 26.000 sinken. Gleichzeitig wird eine Steigerung von Verbraucher-Ratenkrediten um 50% innerhalb von 10 Jahren gemeldet. (Zahlen aus „Weniger Pleiten“, Frankfurter Rundschau vom 23.10.2013)

 Was heißt das?

Niedriglöhne zeigen ihre Wirkung. Unternehmen, die nur mit hoher Profitrate dank niedrigster Löhne existieren können, werden überlebensfähig. Lohnabhängige mit Niedrigstlöhnen können nur überleben dank staatlicher „Stütze“ (Lohnsubventionierung) und müssen verstärkt Ratenkredite in Anspruch nehmen, um wenigstens ein bisschen an den „Segnungen“ des kapitalistischen Marktes teilhaben zu können.

Kapitalisten und bürgerlichen Politiker feiern und verkaufen das als erfolgreiche „Schaffung von Arbeitsplätzen“. Es heißt gar, diese Arbeitsplätze seien „unsere Arbeitsplätze“, also die Arbeitsplätze von Lohnabhängigen. Gewerkschaftsfunktionäre predigen den Kampf um diese, „unsere Arbeitsplätze“. Eine geradezu unglaubliche Verdummung von Menschen!

Die Arbeitsplätze gehören nicht den Lohnabhängigen, sondern den Unternehmen. Lohnabhängige verkaufen ihre Arbeitskraft, weil ihnen die Arbeitsplätze nicht gehören! Weder der „Platz“, noch die produktiven Einrichtungen dieses „Platzes“ gehören den Lohnabhängigen. Die Unternehmen fragen die Arbeitskraft der Lohnabhängigen nach, um sie auf ihren Arbeitsplätzen zu beschäftigen. Sie beschäftigen Arbeitskräfte, um Profit zu machen. … und damit wären wir wieder beim Ausgangspunkt, der Meldung von rückläufigen Firmenpleiten und steigender Verschuldung von „Verbrauchern“ durch Inanspruchnahme von Ratenkrediten.

Es geht nicht vorrangig oder gar ausschließlich um die Schaffung und den Erhalt von Arbeitplätzen, sondern um die Schaffung und den Erhalt von Unternehmen, also von Kapital. Klappt dessen Verwertung nicht, machen zu viele Unternehmen pleite, dann wird gegen gesteuert. Von Pleite bedrohten Unternehmen muss geholfen werden, die Bedingungen für Kapitalverwertung muss sich verbessern. Da es sich vielfach um kleine Unternehmen handelt, die im ständigen Ringen um erhöhte Arbeitsproduktivität durch vermehrten Technikeinsatz (Investitionen) nicht mithalten können, wird die Lohnsenkung zum entscheidenden – wenn nicht einzigen Mittel – solche Kapitale im Rennen zu halten.

Die abnehmende Zahl von Firmenpleiten und das Ansteigen des Kaufs per Ratenkredit zeigen, dass der beabsichtigte Erfolg für das Kapital sich einstellt. Dank gesteigerter Ausbeutungsrate durch Niedrigstlöhne können Unternehmen geschaffen und erhalten werden, kann also Kapital geschaffen und erhalten werden. Den ökonomischen und sozialen Preis dafür zahlen die Lohnabhängigen, sei es durch Verzicht, sei es durch wachsende Verschuldung, Abhängigkeit und Erpressbarkeit. Das hat es mit der „Schaffung von Arbeitsplätzen“, die nicht durch zu hohe Löhne gefährdet werden dürfen und den schönfärberischen Lügen, die sich darum ranken, auf sich!

 

„Die Reichen“ stärker besteuern und dann mit Hilfe des Staates umverteilen??

http://www.rs002.de/Soziale_Emanzipation/Start.htm  Gedanken zur Umverteilung zusammengefasst. Auch  kann bei Peter Trotzig nachgelesen werden wie er sich mit dem “Zeitgeist” herum schlägt.        Peter Trotzig      Die_Wertschoepfungskette von Mobiltelefonen   “„Die Reichen“ stärker besteuern und dann mit Hilfe des Staates umverteilen??” weiterlesen

Postwachstum, was ändert sich?

http://www.postwachstumsoekonimie.org/                          Befreiung vom Überfluss

Nico Paech und Werner Oncken organisieren schon seit Jahren Ringvorlesungen zur Postwachstumsökonomie. Immer werden interessante Aspekte der Postwachstumsökonomie beleuchtet, die von ausgezeichneten Referent_innen vorgetragen werden. Es ist eine verdienstvolle Aufgabe, sich gerade in der heutigen Zeit Gedanken um eine Alternative zum jetzigen Wirtschaftssystem zu machen. Paech zum Beispiel betreibt dies nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch mit Genossenschaftsarbeit. “Postwachstum, was ändert sich?” weiterlesen

VWG und Ratsparteien

Kräftige Lohnunterschiede beim Öffentlichen Nahverkehr in Oldenburg (VWG) und immer höhere Belastungen aller Fahrerinnen und Fahrer

Die Löhne der bei den Subunternehmen beschäftigten Fahrer liegen um bis zu 40 % unter denen der bei den VWG angestellten Fahrer. Da tönen die Ratsparteien “Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!”. Allerdings gilt dies nicht da, wo sie es selbst durchsetzen könnten. In ihrem Zuständigkeitsbereich ist “das etwas anderes”.

Die FahrerInnen sind auch Bürger. Wie lässt sich diese Haltung mit den Versprechen vereinbaren, die vor den Wahlkämpfen zum Stadtrat gemacht wurden? Pekol VWG

“VWG und Ratsparteien” weiterlesen