SPD – wehe, wehe, wenn ich auf das Ende sehe

Einen Text, den der Verfasser noch bearbeiten will, wir dürfen ihn so veröffentlichen.

Der Nationalismus treibt jede „sozialistische“ Politik in die Selbstauflösung

Die stärkste Oppositionspartei – AfD – sitzt mitten in der Regierung. Da hat sie nur einen anderen Namen: CSU.

Wen wundert es da, dass die SPD vollständig untergeht. Irgendwie ist die gar nicht mehr existent. Machte diese Partei erst Schlagzeilen mit internen Auseinandersetzung und „Orientierungsfindung“, so interessiert das jetzt keine Sau mehr. Wie auch. Hat sie doch in der Flüchtlingsfrage nichts anderes zu bieten als die Merkel-CDU. So wie in allen anderen „sozialen Fragen“ letztlich auch.

Seit Godesberg ist die SPD keine „marxistische“ Reformpartei mehr. Ihr „Reformsubjekt“ – die alten industriellen ArbeiterInnen – ist ihr mittlerweile weitgehend abhanden gekommen, mit tatkräftiger Unterstützung der SPD selbst. Modernisierung eben! Wundern kann das also in Wirklichkeit niemanden. Diese Partei wird genau so zermalen, wie die anderen sozialdemokratischen Parteien Europas.

Man kann einfach keine Politik gegen die Finanzmärkte machen, wie ein Grüner das mal ausdrückte. Man kann sie überhaupt nicht gegen „die Wirtschaft“ machen, würden ein Clement oder Schröder ergänzen. Also versucht man mitzumachen und sich als besonders effektiver Modernisierer anzubieten. Genau das aber ist als „Alternative“ nicht mehr gefragt. Gerade dann nicht, wenn die „wirkliche“ Alternative für Deutschland stramm deutsch-national schon mitten in der Regierung sitzt.

Eine Erinnerung sei mal erlaubt, auch wenn es nicht 1 zu 1 trifft und womöglich manche empört. Anfang der 1930 iger Jahre tat sich schon mal eine „Alternative für Deutschland“ auf. Stramm national und sogar „sozialistisch“! Die nannte sich NSDAP. Die Sozialdemokraten, die besonders nahe dran waren, an der alten Industriearbeiterschaft, die Führer des ADGB, boten sich nach Hitlers Machtergreifung der damaligen weit deutlicheren „Alternative für Deutschland“ als willige Helfer in der nationalen Revolution an. Etwa mit den folgenden Worten:                                                                                                                                 Leipart in „Gewerkschaftszeitung“ vom 11. März 1933:  „Wir können es nicht dulden, wenn man uns aus der deutschen Nation auszuschließen sucht. Wir haben für unser deutsches Volk im Krieg, während der langen Besatzungszeit und besonders im Rhein-Ruhr-Kampf gekämpft und gelitten, nicht um dafür besonders bedankt zu werden, sondern aus unserer selbstverständlichen nationalen Pflichterfüllung heraus.“

Lothar Erdmann, Pressechef des ADGB und Chefredakteur der Gewerkschaftszeitung „Die Arbeit“. In seinem Artikel „Nation, Gewerkschaften und Sozialismus“ schreibt er:

„Die deutschen Gewerkschaften haben ihren Sozialismus von dem land-läufigen Marxismus schon zu einer Zeit klar abgegrenzt, als der Glaube an den Sieg des Nationalsozialismus in Deutschland noch das historische Vorrecht seiner Führer war. Sie haben es getan, ohne die Vergangenheit zu verleugnen. Sie haben diesen Schritt tun müssen in folgerichtiger Anwendung ihrer großen geschichtlichen Entscheidung von 1914. Die eigene geistige Entwicklung führte die deutschen Gewerkschaften zu einer freieren Auffassung der sozialistischen Idee, weil sie wollten, dass sie tiefer in den geistigen Wirkungszusammenhang der deutschen Geschichte eindringen und in fruchtbare Wechselwirkung treten sollte mit allen lebendigen Kräften der Nation.“

Das alles wurde ihnen nicht gedankt. Sie wurden ausgeschlossen aus der deutschen Nation. Heute braucht es keinen Nationalsozialismus mehr, um die Sozialdemokratie aus der Nation gewaltsam auszuschließen. Sie besorgt ihren „Ausschluss“ durch Untergang selbst. Gerade ihr Abschwören des „Marxismus“, der – auch auf Grund sozialdemokratischer Anstrengung – schon lange nicht mehr „landläufig“ ist, wird zum Eckpfeiler der Selbstzerstörung. Eine Alternative hat man schon lange nicht mehr zu bieten. Das begann 1914, erlebte seinen ersten „Höhepunkt“ 1933, wurde mit Godesberg bekräftigt und wird in der Selbstzerstörung enden. Eine SPD, die explizit eine „Alternative gegen Deutschland“ – als Ausdruck einer Politik gegen jeden Nationalismus – ablehnt, wird von einer „Alternative für Deutschland“ – in Opposition und Regierung – überrollt werden. Eine wirkliche „Alternative für Deutschland“ bestünde in einer Politik gegen „die Finanzmärkte“ und gegen „die Wirtschaft“ allgemein, nämlich gegen nationale Interessen und gegen die Interessen des Privateigentums. Nationale Interessen wahrnehmen, das Privateigentum stärken, private Vorsorge den LohnarbeiterInnen abverlangen, das können andere besser und konsequenter. Dafür braucht es kein SPD und dafür wird es sie vermutlich auch nicht mehr lange geben.

Noch Texte zu ähnlichem zu finden. http://www.rs002.de/Soziale_Emanzipation/Start.htm

Marx hätte das nicht gefallen