VWG und Ratsparteien

Kräftige Lohnunterschiede beim Öffentlichen Nahverkehr in Oldenburg (VWG) und immer höhere Belastungen aller Fahrerinnen und Fahrer

Die Löhne der bei den Subunternehmen beschäftigten Fahrer liegen um bis zu 40 % unter denen der bei den VWG angestellten Fahrer. Da tönen die Ratsparteien “Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!”. Allerdings gilt dies nicht da, wo sie es selbst durchsetzen könnten. In ihrem Zuständigkeitsbereich ist “das etwas anderes”.

Die FahrerInnen sind auch Bürger. Wie lässt sich diese Haltung mit den Versprechen vereinbaren, die vor den Wahlkämpfen zum Stadtrat gemacht wurden? Pekol VWG

Öffentlicher Nahverkehr gehört zur Grundversorgung für viele Bürger. RenterInnen, Schüler und und junge Mütter mit Kinderwagen, sie alle vertrauen den Fahrerinnen und Fahrern auch ihre Gesundheit an. Dazu muss allerdings gewährleistet sein, dass es für alle Fahrer einen Lohn gibt, der die Reproduktion der Arbeit auf Dauer erhält. Nicht nur ausreichende Bezahlung ist wichtig, auch Pausen müssen gewährleistet sein. Andernfalls lässt die nötige Aufmerksamkeit im Straßenverkehr nach, und die Sicherheit ist nicht mehr gegeben. Wie es im Bereich des Nahverkehrs aussieht, hat die Hans-Böckler-Stiftung untersucht. Die in Betrieben in NRW durchgeführte Untersuchung kann über untenstehende Adresse heruntergeladen werden.

Wettbewerbsdebatte und EU-Verordnung haben in den letzten 10 Jahren im Öffentlichen Personennahverkehr eine Restrukturierung und Rationalisierung ausgelöst. Diese Studie untersucht die sozialen Folgen für die Fahrerinnen und Fahrer. Sie sind am stärksten betroffen. Die Arbeitsbedingungen im Fahrdienst haben sich deutlich verschärft. Insbesondere bedeutet die längere Lenkzeit pro Dienst eine höhere Belastung für die Fahrer. Sie ist bedingt durch den Wegfall bzw. die Verkürzung anderer Zeiten, wie z.B. Wegezeiten, Vor- und Abschlusszeiten, bezahlter Pausen, Wendezeiten. Was auf der Unternehmensseite als Produktivitätssteigerung zu registrieren ist, bedeutet auf der anderen Seite eine erhöhte intensive Arbeitsleistung und Belastung für die Fahrer. Die nach wie vor geringe Anzahl an freien Wochenenden wird ebenso beklagt wie die wenigen freien Tage, die nur geringen Erholungswert bieten. Insgesamt gesehen herrscht ein tiefer Unmut über die derzeitige Lage. Aus Sicht der Fahrer ist die Schmerzgrenze für negative Veränderungen erreicht.

Es bleibt die Frage zu beantworten, wie kann erreicht werden, dass in den Kommunen das Notwendige getan wird. Wer kann das besser als die, die es benötigen? Da ist Öffentlicher Nahverkehr nur ein Punkt. Energieversorgung, Wohnraum, Bildung von der Krippe bis zur Uni sind ausserdem zu organisieren. Mit Profiterwartungen wird es jedenfalls schlechter, als es jetzt schon ist.  Download BöcklerPekol

Pekol/VWG

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